Rundgang durch Klausen

Klausen bietet eine Vielzahl an Sehenswürdigkeiten.
Marienbrunnen
Kreuzweg im Pfarrgarten
Pavillon im Abtsgarten
Treppe im Abtsgarten

Wir beginnen unseren Rundgang am unterhalb der Wallfahrtskirche befindlichen Rosa-mystica-Brunnen.

Der gusseiserne Brunnen aus dem Jahre 1985 bildet auf weit geöffneten Rosenblüten die sieben Leiden Mariens ab, woher auch seine landläufige Bezeichnung Marienbrunnen herrührt. Er wird gekrönt von der Kreuzblume, bei denen der Brunnenkünstler Bezug auf die zwei elementaren Bestandteile Klausens nahm: auf den kirchlichen Bereich Klausens mit der Kreuzblume als wiederkehrendes Stilelement der gotischen Wallfahrtskirche, sowie auf den weltlichen Bereich, verkörpert durch die Aufnahme dieser Blume als Bestandteil des Klausener Wappens. Durch seine zentrale Lage ist er beliebter Treffpunkt für Wallfahrer und Einheimische.

Direkt neben dem Brunnen befinden sich drei Verkaufsstände, im Volksmund "Buden" genannt. Der linke wird von mehreren ortsansässigen Vereinen betrieben, ist an vielen Sonntagen geöffnet und bietet verschiedene Erzeugnisse an, deren Erlös gemeinnützigen Zwecken zugute kommt. Der mittlere und rechte Stand ist auch an vielen Wochentagen geöffnet und wird von alteingesessenen Klausener Mitbürgerinnen betrieben; hier kann man neben zahlreichen Andenken an den Wallfahrtsort auch die bei den kleinen Wallfahrern beliebten Klausener Zuckerpfeifen bekommen.

Unser Weg führt uns nun weiter, die rechts neben den Buden beginnende Treppe zur katholischen Wallfahrtskirche Maria Heimsuchung hinauf. Ein Kirchgang gehört zum Pflichtprogramm eines jeden Besuches in Klausen. Wir möchten darauf an dieser Stelle nicht näher eingehen und verweisen bezüglich der architektonischen und kulturhistorischen Beschreibungen auf die virtuelle Kirchenführung von Bernd Krickel.

Pfarrgarten und Pfarrsaal

Vor dem Haupteingang stehend geht es rechterhand weiter in den schönen Pfarrgarten. Es ist eine einmalige Anlage mit altem Baumbestand, in der früher an großen Wallfahrtstagen Messen im Freien mit bis zu 5000 Teilnehmern stattfanden. Auch heute wird er bei entsprechender Witterung genutzt, zum Beispiel für die Motorradwallfahrt. Im Pfarrgarten befinden sich ferner die Stationen des Kreuzweges, erschaffen vom Wittlicher Künstler Joseph Kunsmann. Die Stationen wurden 2008 mit einem neuen Anstrich versehen.

An dem der Kirche gegenüberliegenden Ende des Pfarrgartens befindet sich das alte Pfarrheim. Es war Bestandteil des ursprünglichen Klosterareals und diente bis 1802 als Wirtschaftsgebäude; im 19. und 20. Jahrhundert war es Pferdestall und Küsterwohnung.

Im Inneren befindet sich der heutige Pfarrsaal mit einem herrlichen Kreuzgewölbe, der ein wunderschönes Ambiente für vielfältige Veranstaltungen und Chorproben bietet.

Entsprechende Witterung und Schuhwerk vorausgesetzt, kann man den links am Pfarrheim angebrachten Torbogen durchschreiten und stößt am Ende des Gebäudes auf den Abtsgarten. Diese auf drei Terrassen angeordnete Anlage verfügt über Reste einer barocken Treppe und einen 1990/91 restaurierten barocken Gartenpavillon. In früheren Jahren diente der Abtsgarten den Mönchen zum Anbau von Gemüse und Kräutern. Im Jahre 2000 fand hier ein Open-Air-Konzert mit Thomas Schwab und Ensemble statt. Seit 2006 ist das Tor in der unteren Mauerumfassung wieder durchbrochen und freigelegt.

Historische Gebäude in der Eberhardstraße

Wir durchschreiten das Tor, wenden uns nach rechts Richtung Dorfmitte und schreiten an der Umfassungsmauer und den angrenzenden Häusern weiter, bis wir zur Tordurchfahrt des ehemaligen Café-Restaurants "Zur Post", in früheren Zeiten Tor der Klosteranlage, gelangen. Rechts geht es hinab auf die Eberhardstraße, die benannt ist nach Bruder Eberhard, jenem gläubigen Einsiedler ("Klausner"), dessen 1440 errichteter Bildstock den Anstoß gab zur heutigen Pilger- und Wallfahrtsstätte. Auf der Eberhardstraße wenden wir uns nach rechts und sehen angebaut an das frühere Café-Restaurant "Zur Post" das "Alte Brauhaus". Das dreigeschossige Gebäude war die ehemalige Klosterbrauerei, diente später (bis zum Jahre 1952) als Pfarrhaus und ist heute Mehrfamilienwohnhaus.

Gegenüber dem Brauhaus liegt der Dorfladen. Das Geschäft wurde durch Initiative und Unterstützung der Gemeinde und vieler Klausener Bürger ins Leben gerufen. Ein Einkauf lohnt sich. Im Dorfladen findet man alles, was man zum Leben braucht, und darüber hinaus nette Geschenkideen. Er ist außerdem Standort der Tourist Information.

Der Weg führt weiter die Eberhardstraße hinauf. Hinter dem Dorfladen befindet sich etwas zurückgesetzt das Hotel Klausenhof. Das Haus wurde im 15. Jahrhundert als Fremdenherberge des Klosters errichtet und gehört somit ebenfalls zu den ältesten Gebäuden Klausens. Die Treppe zu den Fremdenzimmern und die alte Eichentür im Flur stammen noch aus der Gründerzeit der Herberge. Der Legende nach sollen Napoleon und Schinderhannes bereits Gäste gewesen sein.

Am Ende der Eberhardstraße blickt man geradeaus auf das ehemalige Kloster der Dominikanerinnen. Von 1920 bis zum Herbst 2000 war das Gebäude Wohn- und Betstätte der Schwestern dieses Ordens. Messen wurden in der im südöstlichen Teil des Gebäudes befindlichen Kapelle gehalten. Das Haus war vor 1920 übrigens die Gaststätte "Gasthaus zur Eberhardsklause"; seit dem Wegzug der Dominikanerinnen steht es leer.

Sie befinden sich nun wieder am Marienbrunnen.

Wir hoffen, Ihnen hat der Rundgang gefallen und laden Sie auch zu einem Spaziergang durch die Ortsteile Krames und Pohlbach ein.